Zukunftstrends bei den nicht-reaktiven Erhebungsverfahren
Wie in einem vorhergehenden Beitrag bereits beschrieben, haben sich die Möglichkeiten der nicht-reaktiven Erhebungsverfahren durch den technologischen Fortschritt stark weiterentwickelt und so bieten nicht-reaktiv erhobene Daten eine gute Möglichkeit, Strukturen der Onlinewelt (bspw. Beziehungsnetzwerke von Internetnutzern in Onlineräumen) zu beschreiben und zu analysieren.
Für die Beschreibung von Nutzern und ihren Präferenzen hingegen, werden auch weiterhin reaktive Verfahren, wie bspw. die Onlinebefragung, benötigt. Laut Prof. Dr. Martin Welker (u.a. Vorstandsmitglied der DGOF, Deutsche Gesellschaft für Onlineforschung e.V.) wird zukünftig die Kombination aus reaktiven und nicht-reaktiven Erhebungsverfahren unerlässlich sein, um Strukturen und Präferenzen parallel zu erheben und kombinieren zu können. Eine momentan besonders prominente Forschungsrichtung dreht sich dabei um die Netzwerkanalyse und speziell um die gegenseitige Beeinflussung von klassischen und online-Netzwerken.
Den Abschluss der wissenschaftlichen Tagung bildete ein Vortrag von PD Dr. Ulf-Dietrich Reips (ebenfalls langjähriges Vorstandsmitglied der DGOF) zu den Zukunftstrends im Bereich der nicht-reaktiven Erhebungsverfahren: Ihm zufolge stehen wir am Beginn „einer höher aggregierten komplexen Verarbeitung on the fly“, d.h. die nicht-reaktive Datensammlung im Internet wird auf immer höher aggregierten, komplexeren Ebenen in immer kürzeren Zeiträumen (bzw. möglichst zeitnah) durchgeführt.
Es kann beispielsweise mit Visualisierungen der Internetnutzung auf Landkarten dargestellt werden, wie sich die Verteilung des Trafficaufkommens im Internet weltweit zu einem bestimmten Zeitpunkt gestaltet (mehr dazu in einem späteren Beitrag).
Generell liegt für Prof. Dr. Reips in der Weiterentwicklung der Visualisierung eine der Hauptaufgaben der Forscher und Entwickler in den nächsten Jahren. Hierunter fallen auch die Visualisierung von Trackingdaten und Kommunikationsplattformen.
Nach Prof. Dr. Reips werden zukünftig nicht-reaktive Erhebungsverfahren im Internet „einen höheren Grad an Automatisierung, skalierbarer Aggregierbarkeit der Daten, Komplexität, zeitnaher Weiterverarbeitung und Ereignisauslösung sowie an konfigurierbarer Flexibilität erreichen“. Was das genau bedeutet, werden wir an dieser Stelle in einer losen Folge von Anwendungsbeispielen aufzeigen – bleiben Sie gespannt…
SDV mit beispielhafter Standortförderung!
Gerade gelesen und für sehr gut befunden: Die SDV Medien AG richtet einen Stiftungslehrstuhl für „Emerging Communications und Media“: Schwerpunkt Internet und soziale Kommunikation ein. (Presselink).
Wir freuen uns über dieses Engagement, stärkt es doch nachhaltig den gesamten “Medien”-Standort Dresden und ermöglicht die Ausbildung von Fachkräften vor Ort zu diesem aktuellen Thema. Vielleicht kann queo sich inhaltlich beteiligen, gerade der Austausch von Theorie und Praxis kann zu einer noch besseren Ausbildung beitragen. Ein eigener Stiftungslehrstuhl ist natürlich auch ein Traum, aber SDV hat uns halt auch ein paar Jährchen voraus!
so also erstmal von unserer Seite: “Two thumbs up – SDV!”
Braunschweiger Amtstuben im Web2.0 angekommen…?! ;-)
Gerade im Netz aufgeschnappt…herrlicher Artikel…!
http://de.indymedia.org/2009/07/256867.shtml
Tja, hat da einer in den Amtstuben des Ordnungsamtes sicher mal im Internet gesurft und die “vielen” hochgefährlichen Flashmobs auf dieser Welt gefunden oder sorgt das Wort “mob” für Angst oder sind sie beleidigt, weil sie umd diese Zeit nicht mitfrühstücken können…?? Angst geht um…da ist etwas, was man anscheinend nicht versteht oder verstehen will oder nicht mehr kontrollieren kann…!!
…vielleicht sollte man das flashmob-Frühstück in die Amtstuben verlagern…man stört dort sicher keinen!
…egal, Danke jedenfalls für die Aufheiterung…!
Was sind eigentlich nicht-reaktive Erhebungsverfahren?
Heute möchte ich einmal einen kurzen Rückblick auf eine für queo insight interessante Veranstaltung geben – nein es ist kein BarCamp auf das ich zurückschauen möchte, sondern eine ganz konservative wissenschaftliche Tagung in Wiesbaden.
Ausrichter war das Statistische Bundesamt (DESTATIS) in Zusammenarbeit mit dem ADM (Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V.) und der ASI (Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e.V.). Diese drei Institutionen führen aller zwei Jahre eine solche Tagung durch, diesmal mit dem Thema „nicht-reaktive Erhebungsverfahren“. Darunter versteht man alle Erhebungsverfahren, bei denen „Forscher und Probanden keine Möglichkeit haben miteinander in Kontakt zu treten und der Forscher keine Möglichkeit hat, die Probanden zu beeinflussen“. Früher wurden hierbei hauptsächlich verdeckte Beobachtungen und die Analyse von Verhaltensspuren (ja, dazu zählte tatsächlich auch die Durchsuchung von Hausmüll) durchgeführt.
Aufgrund des technologischen Fortschrittes hat sich das Repertoire nicht-reaktiver Verfahren stark erweitert: Analysen auf Basis von Geodaten, die Beobachtung von Verhaltensspuren im Internet sowie neue Formen computerunterstützter Datenerhebung bis hin zur Gewinnung von Daten über biometrische Verfahren sind heutzutage möglich und üblich. Es wurden aus den verschiedensten Bereichen Projekte und Erfahrungsberichte vorgestellt, wie man auch dem Programm entnehmen kann.
So wurde beispielsweise über die aktuell genutzten Erhebungsverfahren für Verhaltensbeobachtungen am Point-of-Sale diskutiert (Franz Kilzer, TNS Infratest GmbH), die Optimierung von Besucherwegen im Leipziger Zoo auf Basis von GPS-Daten vorgestellt (Dr. Andreas Czaplicki, Institut für Marktforschung GmbH) sowie die Mediawatch (Medien-Messgerät in Form einer Armbanduhr) und die damit erhobenen Ergebnisse der Mediennutzung in der Schweiz präsentiert (Dr. Tanja Hackenbruch, GfK Telecontrol AG).
Weiterhin hervorzuheben waren hier insb. Prof. Dr. Rainer Schnell (wer ihn bereits live erlebt hat, weiß wovon ich spreche) zu den Möglichkeiten der Ergänzung von standardisierten Surveys durch die Erhebung von biologisch relevanten Merkmalen sowie Prof. Dr. Martin Welker zu den Möglichkeiten und Grenzen von Logfile-Analysen.
Gerade letzteres Thema war für uns als unabhängigen Berater für den optimalen Einsatz von Web Analytics Tools natürlich besonders spannend, auch wenn der Vortrag – angepasst auf den Teilnehmerkreis – natürlich nicht so in die Tiefe gehen konnte, wie man es sich gewünscht hätte, wenn man schon mal die Möglichkeit hat, Prof. Welker zu hören. Sein Vortrag löste jedoch auch eine spannende und bis in die Pausen reichende Diskussion rund um den Datenschutz (insb. mit Hinblick auf den Einsatz von Google Analytics) sowie zu erwartende Trends aus.
Mehr zu den Trends dann aber im nächsten Blogbeitrag…
Windows 7 Vorbestellung
Der RC des neuen Betriebssystems aus dem Hause Microsoft ist ja schon eine Weile verfügbar und bei mir auch im Einsatz. Gestern startete dann die Vorbestellung für die Final Version. Um 9 Uhr sollte es losgehen, pünktlich war auch die Produktseite von Amazon verfügbar. Den Artikel in den Warenkorb gelegt und problemlos “zur Kasse” gekommen. Hier habe ich mich schon gewundert, dass alles so problemlos lief – ich hatte mit mehr Ansturm gerechnet. Aber ab dann wurde es schwierig. Statt dem Formular zum einloggen sah ich erst mal nur Serverfehler. Öfter mal F5 gedrückt, dann hat die Webseite auch mein Passwort angenommen. Aber warum hab ich jetzt eine Fehlermeldung, dass sich Artikel in meinem Warenkorb geändert haben? Tja, da waren dann um 9:09 Uhr auch schon alle Lizenzen ausverkauft. Vielen Anderen ging es leider auch wie mir, was dann auch gleich in über 140 negativen Bewertungen endete, die aber inzwischen (zu Recht) schon wieder gelöscht wurden.
Auch bei anderen Anbietern, wie Otto oder Neckermann war ich leider zu langsam, wodurch ich nun auf andere Sonderangebote warten werde. Bis dahin muss ich wohl bei der Beta bleiben und dann eventuell doch auf LinuxMCE umsteigen.
Licht am Ende des Tunnels
“Meine” Programmierer beknien mich ja schon lange: Ignorier doch bitte den IE6! Aus Programmierer-Sicht verständlich, aus Kundensicht eher nicht. Schließlich hat dieses vorsintflutliche Ungetüm immer noch einen Marktanteil von etwa 15 Prozent. Auch einige Admins unserer Kunden haben noch nichts vom IE7, IE8 oder sogar Firefox oder Safari gehört*. Dementsprechend optimieren wir auch öfters TYPO3-Backend-Module auf IE6.0 und kitzeln das letzte aus dessen verkrüppelter JavaScript-Engine raus.
Auch in unseren Angeboten werden Optimierungen für den IE6 seit diesem Jahr im Standardfall nur noch optional angeboten, da mit dem IE8 ja schon der zweite Nachfolger veröffentlicht wurde. Schließlich optimieren wir auch nicht mehr für Firefox 1.0 oder gar Netscape 4.7
- es sei denn, der Kunde fordert es.
Nun stellt als erstes eines der größten Webportale der Welt – youtube – den Support für den IE6 ein und fordert sogar aktiv auf, endlich upzudaten. Da kann man nur hoffen, dass andere bald nachfolgen und nach acht Jahren das Thema IE6 endgültig erledigt ist.
via heise
* Ja ich weiß, manche Legacy-Anwendungen erfordern den IE6.
Arbeiten in der Werbebranche…auch in Dresden möglich?!
Hallo,
nachdem ich gestern mit Interesse diesen Spiegel-Artikel (Titel: “jung und matt”) zur Werbebranche und seinen Arbeitsbedingungen gelesen habe, frage ich mich, ob das Gejammer über solch schlechte Arbeitsbedingungen der “Ausgebeuteten” immer berechtigt ist.
Natürlich gebe ich dem Artikel grundsätzlich recht, dass die Werbebranche sicher eine sehr harte Branche ist mit Arbeitszeiten und Arbeitsanspruch, die dem normalen (deutschen) Verständnis nicht gerecht wird. Meiner Meinung nach, arbeitet die Branche aber auch seit Jahren mit größter Hartnäckigkeit daran, dass es immer schlimmer wird. Man pitcht sich gegenseitig zugrunde, entwirft für wenig oder sogar gar keine Entlohnung komplette Konzepte und Präsentationen, in der Hoffnung den Zuschlag zu erhalten. Darüber hinaus lässtman sich mit schöner Regelmäßigkeit von Kunden gegenseitig ausspielen. Der Austausch innerhalb und der Einblick in diese Welt fördert da Einiges an Erlebnissen zutage, die einen schwindelig werden lassen.
Andererseits muss man auch die in dem Artikel beschriebene Bewerber- bzw. Einstiegssituation und den damit einhergehenden Bedingungen kritisch sehen.
(mehr…)
