Der didaktische Nutzen des Skype-Ausfalls
Der Fall Skype ist mal wieder ein Beweis, wie komplex heutige Systeme sein können, und welche unerwarteten Wirkungen damit einhergehen. Wie techcrunch meldet, hatte der mehrtägige Ausfall Ende letzter Woche keine simplen Ursachen (wie z.B. Malware oder ein großflächiger Stromausfall). Vielmehr war wiedereinmal die oft zitierte “unglückliche Verkettung von Zufällen” am Werk. Ein Microsoft-Update verursachte weltweit eine massive Welle von Neustarts bei Windows-Rechnern. Die dadurch verursachten Massen-Ab- und Anmeldungen überlasteten das Peer2Peer-System von Skype. Der für solche Fälle eigentliche vorgesehene Selbstheilungsalgorithmus funktionierte auch nicht wie geplant erhofft (Was ich den Jungs von Skype nicht mal verübeln würde. Ich stell mir gerade das Testszenario vor: Ein Rundruf an alle Skypenutzer, mal synchronisiert ihr System neu zu starten. Und nochmal. Und nochmal…
). Und schon war ein Großteil des Systems lahmgelegt.
Was bleibt, ist die Bestätigung der Erkenntniss, dass die Komplexität mancher Systeme nicht mehr wirklich überschaubar ist und im Extremfall zu unerwarteten Resultaten führt. Eine Lektion, die wir im kleinen auch immer wieder lernen müssen. Denn ab und zu höre ich Aussagen wie “Das hatte eigentlich nichts damit zu tun, daran habe ich nichts geändert. Eigentlich müsste das laufen…“. In der Hinsicht danke ich Skype für dieses Lehrbuchbeispiel für mich selbst und unsere Mitarbeiter.
Und das schöne ist, auch die Kommunikation mit unseren Partnern in Polen oder Alaska läuft wieder, ohne Gefahr zu gehen, sich erst im CallByCall-Tarifdschungel zu verlaufen.