Maps aus dem Hause Microsoft und: Der Arbeitsplatz von morgen!
Letzte Woche war bei Spiegel ein Artikel zum Thema Maps-Dienst von Microsoft zu lesen, der mich neugierig gemacht hat. In diesem wird ein erweiterter Kartendienst präsentiert, der aus Kartenmaterial, Satellitenbildern, Fotos und Videos eine sehr ansehnliche 3D-Umgebung zaubert. Neben der Erkennung von 3D-Strukturen auf 2D-Fotos hat mich dabei am meisten die nahtlose Integration von Videos beeindruckt, welche auch Schwenks berücksichtigt und das Anzeige-”Fenster” des Videos selbstständig an die richtige Position bringt – das klingt vielversprechend!
Ein weiteres Highlight findet sich jedoch erst am Ende des Artikels: Ein Demovideo eines gestengesteuerten Computers, quasi MultiTouch 2.0, wobei “touch” eben nicht mehr so 100%ig zutrifft. Neben den bereits bekannten Anwendungsgebieten bei 3D-Modellierung und Zeichnung findet sich am Ende des Videos eine weitere, meiner Meinung nach sehr interessante Anwendungsmöglichkeit. Im Beispiel sieht man symmetrisch angeordnete Quader, die insgesamt einen riesigen Würfel formen. Ich könnte mir in dieser Form ein sehr innovatives Frontend für große Bibliotheken oder Wikipedia vorstellen. Jeder der dargestellten Quader wäre dann ein Eintrag und die Verbindungen entsprechend dann die Links zwischen den Einträgen. Damit das Ganze nicht so langweilig daherkommt, könnte man auf den Seiten befindliche Medien direkt in der “Navigationsansicht” darstellen, also Bilder und Videos, so dass die Navigation noch ein wenig intuitiver wird und man in alle Richtungen eine Vorschau hat.
In der nächsten Denkstufe sind dann alle Arten von vernetzen Daten so darstellbar. Emails, Internetseiten, die Dateistruktur auf einem Datenträger und so weiter. Ich finde diesen Ansatz sehr sehr spannend und würde mich freuen sowas mal in natura ausprobieren zu können.
Google verteilt Wave Accounts
Nach der ersten Vorstellung von Google Wave wurden Ende September 100.000 neue Nutzer eingeladen, “Die Welle” zu testen. Einen halben Monat später hatte auch ich eine Mail in meinem Postfach:
Falls ich noch immer Interesse habe, Wave zu testen, soll ich mich einfach registrieren. Neben meinem Namen und 3 Varianten eines Benutzernamen (falls einer der Gewünschten schon vergeben ist) muss ich nur den User Account Terms of Service und den API Terms of Service zustimmen.
Danach “a few days” warten und hoffentlich schon bald virtuell Wellenreiten.
Bleibt mir nur noch, die selben Schlussworte zu tippen wie die Mail:
Hope to see you on Google Wave soon
Die Welle
Ich war immer skeptisch, wenn der große Bruder Google mal wieder ein neues Produkt vorstellte. Es waren zwar meistens interessante, kreative und technisch anspruchsvolle Innovationen, aber sie hatten meistens einen nicht zu verachtenden Beigeschmack. “Die wollen doch nur unsere Daten” hörte und las man schnell überall. So hab ich heute auch nur beiläufig auf den Spiegel-Artikel geklickt und mir durchgelesen, wie Google das Kommunikationsmedium E-Mail neu erfunden haben will. Schön und gut, dachte ich mir, aber es ist immer noch Google. Bis ich auf den Absatz stieß, dass Google den Quellcode des Projekts frei verfügbar machen will.
Auf einmal war der Artikel viel interessanter und ich las ihn mir nochmal und aufmerksamer durch. Eine wirklich interessante Geschichte. Ich lies mich sogar dazu hinreißen, die komplette Aufnahme der Demonstration auf der Google I/O anzusehen. Die haben sich nicht nur wieder mal ordentlich Gedanken gemacht, sondern die wollen auch, dass das wirklch jeder benutzen kann. Nicht nur diejenigen, die Google blind vertrauen, und ihre Kommunikation über die GMailserver abwickeln. Google hat offenbar wirklch vor, die gute alte E-Mail abzulösen und schenkt der Welt Google Wave. Das ist deswegen so spannend, weil es eben nicht nur ein neues Google Mail Frontend ist, sondern eine Software, die jeder auf seinem eigenen Server installieren können wird. Und nicht nur das, Wave ist ein Protokoll, mit dem man völlig unabhängige eigene Anwendungen entwickeln kann, die mit Googles Wave kommunizieren können wie ein E-Mail Client mit dem anderen.
Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu sehr ins Schwärmen gerate, aber trotzdem möchte ich noch loswerden, dass dies das erste Produkt von Google ist, auf dessen Fertigstellung ich sehnsüchtig warten werde. Noch sind alles nur Versprechungen und die Entwicklung ist in einer frühen Phase, aber wenn man dem Ganzen Glauben schenken darf, dann werden sich in gar nicht allzu langer Zeit die Administratoren von queo darauf einstellen müssen, dass ich ihnen permanent in den Ohren liegen werde, den Microsoft Exchange Server endlich rauszuschmeißen und das 21. Jahrhundert der Kommunikation einzuläuten.

