Und schon hat es sich ausgewellt
Google hat heute morgen bekannt gegeben, dass das Experiment Google Wave zum Ende des Jahres eingestellt wird. Grund des Scheiterns sind wohl, dass Google sich mehr Interesse und entsprechend höhere Nutzerzahlen vorgestellt hat, als es am Ende gab. Schade eigentlich. Dabei hatte ich mich sehr auf diese Technologie gefreut und auf eine neue offene standardkonforme Kommunikationsplattform gehofft, die viele andere Dinge obsolet werden lässt. Aber die Ernüchterung kam schon ziemlich schnell, nachdem die Testaccounts verteilt wurden. Da war ich dann angemeldet und hatte mir sogar zwei drei Kontakte organisiert, aber so richtig produktiver Workflow wollte nicht aufkommen. Woran lag das? Ich hatte sowieso meine anderen Kommunikationswege parallel offen: E-Mail, Jabber, IRC, Skype, Facebook, und so weiter. Das brauch ich alles, weil immer jemand nur das eine und aus den-und-den Gründen das andere nicht hat. Und da wird sich eben arangiert. Und jetzt noch jemandem Google Wave aufdrängen… das musste ja schief gehen. Ich glaube, Google hat zu lange damit gewartet, das ganze wirklich wie versprochen als freie Software verfügbar zu machen. Einige Teile waren schon veröffentlicht, aber wo ist denn der Download-Button für das Tool auf dem eigenen Server? Wo ist denn mein Kommandozeilen-Client? aptitude install wave habe ich mir vorgestellt. Nichts dergleichen kam, darum wurde das Projekt auch schnell langweilig.
Es wird gemunkelt, dass die Technologie vielleicht bei Google Buzz einfließen und dem ebenfalls mehr oder weniger gescheiterten Projekt doch noch zum Durchbruch verhelfen könnte. Vielleicht stellt Google auch den kompletten Code nun einfach zur Verfügung und überlässt der Internetgemeinde die WeiterentwicklungFertigstellung des Projekts. In den Papierkorb wandert es sicher nicht. Wäre auch wie gesagt schade drum.
Zertifizierter Google AdWords-Partner
…hört sich gut an. Ist auch ziemlich gut. queo darf sich jetzt zertifizierter Partner von Google im Google AdWords-Zertifizierungsprogramm nennen. Damit können wir nun unsere hervorragende AdWords-Kompetenz auch offiziell bescheinigen.
Kurz nachdem Karsten und ich im April die Prüfungen zum Qualified Individual abgelegt haben, änderte Google das damals noch AdWords Professionals genannte Zertifizierungsprogramm. Nun muss nicht mehr nur eine Prüfung von zwei Mitarbeitern belegt werden, um den Status zu erreichen. Es wurden mehrere Zweitprüfungen vorgestellt, von denen man sich eine aussuchen und die dann auch noch bestehen muss, um sich das Logo auf der Website zu verdienen. Für uns alte AdWords-Profis natürlich kein Problem. Obwohl die zweite Prüfung (erwartungsgemäß) ungleich schwerer war als die erste, bestanden wir sie beide mit Bravour und sind nun qualifizierte AdWords-Spezialisten.
queo ist übrigens die erste und bislang einzige Agentur in Dresden mit dem Status “Zertifizierter AdWords-Partner”. Da darf man sich schon mal selbst auf die Schulter klopfen.
Maps aus dem Hause Microsoft und: Der Arbeitsplatz von morgen!
Letzte Woche war bei Spiegel ein Artikel zum Thema Maps-Dienst von Microsoft zu lesen, der mich neugierig gemacht hat. In diesem wird ein erweiterter Kartendienst präsentiert, der aus Kartenmaterial, Satellitenbildern, Fotos und Videos eine sehr ansehnliche 3D-Umgebung zaubert. Neben der Erkennung von 3D-Strukturen auf 2D-Fotos hat mich dabei am meisten die nahtlose Integration von Videos beeindruckt, welche auch Schwenks berücksichtigt und das Anzeige-”Fenster” des Videos selbstständig an die richtige Position bringt – das klingt vielversprechend!
Ein weiteres Highlight findet sich jedoch erst am Ende des Artikels: Ein Demovideo eines gestengesteuerten Computers, quasi MultiTouch 2.0, wobei “touch” eben nicht mehr so 100%ig zutrifft. Neben den bereits bekannten Anwendungsgebieten bei 3D-Modellierung und Zeichnung findet sich am Ende des Videos eine weitere, meiner Meinung nach sehr interessante Anwendungsmöglichkeit. Im Beispiel sieht man symmetrisch angeordnete Quader, die insgesamt einen riesigen Würfel formen. Ich könnte mir in dieser Form ein sehr innovatives Frontend für große Bibliotheken oder Wikipedia vorstellen. Jeder der dargestellten Quader wäre dann ein Eintrag und die Verbindungen entsprechend dann die Links zwischen den Einträgen. Damit das Ganze nicht so langweilig daherkommt, könnte man auf den Seiten befindliche Medien direkt in der “Navigationsansicht” darstellen, also Bilder und Videos, so dass die Navigation noch ein wenig intuitiver wird und man in alle Richtungen eine Vorschau hat.
In der nächsten Denkstufe sind dann alle Arten von vernetzen Daten so darstellbar. Emails, Internetseiten, die Dateistruktur auf einem Datenträger und so weiter. Ich finde diesen Ansatz sehr sehr spannend und würde mich freuen sowas mal in natura ausprobieren zu können.
Google verteilt Wave Accounts
Nach der ersten Vorstellung von Google Wave wurden Ende September 100.000 neue Nutzer eingeladen, “Die Welle” zu testen. Einen halben Monat später hatte auch ich eine Mail in meinem Postfach:
Falls ich noch immer Interesse habe, Wave zu testen, soll ich mich einfach registrieren. Neben meinem Namen und 3 Varianten eines Benutzernamen (falls einer der Gewünschten schon vergeben ist) muss ich nur den User Account Terms of Service und den API Terms of Service zustimmen.
Danach “a few days” warten und hoffentlich schon bald virtuell Wellenreiten.
Bleibt mir nur noch, die selben Schlussworte zu tippen wie die Mail:
Hope to see you on Google Wave soon
Die Welle
Ich war immer skeptisch, wenn der große Bruder Google mal wieder ein neues Produkt vorstellte. Es waren zwar meistens interessante, kreative und technisch anspruchsvolle Innovationen, aber sie hatten meistens einen nicht zu verachtenden Beigeschmack. “Die wollen doch nur unsere Daten” hörte und las man schnell überall. So hab ich heute auch nur beiläufig auf den Spiegel-Artikel geklickt und mir durchgelesen, wie Google das Kommunikationsmedium E-Mail neu erfunden haben will. Schön und gut, dachte ich mir, aber es ist immer noch Google. Bis ich auf den Absatz stieß, dass Google den Quellcode des Projekts frei verfügbar machen will.
Auf einmal war der Artikel viel interessanter und ich las ihn mir nochmal und aufmerksamer durch. Eine wirklich interessante Geschichte. Ich lies mich sogar dazu hinreißen, die komplette Aufnahme der Demonstration auf der Google I/O anzusehen. Die haben sich nicht nur wieder mal ordentlich Gedanken gemacht, sondern die wollen auch, dass das wirklch jeder benutzen kann. Nicht nur diejenigen, die Google blind vertrauen, und ihre Kommunikation über die GMailserver abwickeln. Google hat offenbar wirklch vor, die gute alte E-Mail abzulösen und schenkt der Welt Google Wave. Das ist deswegen so spannend, weil es eben nicht nur ein neues Google Mail Frontend ist, sondern eine Software, die jeder auf seinem eigenen Server installieren können wird. Und nicht nur das, Wave ist ein Protokoll, mit dem man völlig unabhängige eigene Anwendungen entwickeln kann, die mit Googles Wave kommunizieren können wie ein E-Mail Client mit dem anderen.
Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu sehr ins Schwärmen gerate, aber trotzdem möchte ich noch loswerden, dass dies das erste Produkt von Google ist, auf dessen Fertigstellung ich sehnsüchtig warten werde. Noch sind alles nur Versprechungen und die Entwicklung ist in einer frühen Phase, aber wenn man dem Ganzen Glauben schenken darf, dann werden sich in gar nicht allzu langer Zeit die Administratoren von queo darauf einstellen müssen, dass ich ihnen permanent in den Ohren liegen werde, den Microsoft Exchange Server endlich rauszuschmeißen und das 21. Jahrhundert der Kommunikation einzuläuten.

