Brand New Day 2012
Wer mit den Worten „Brand New Day“ mehr assoziiert als musikalische Werke der Popgeschichte, ist an dieser Stelle genau richtig! Wenn die Veranstaltung in Berlin auch schon einen Monat her ist, verliert sie doch nicht weniger an Prägnanz und Impulsstärke für zukünftige Arbeiten.
„Es geht um die Frage: Was können wir morgen anders machen als heute?“
Bernd Kolb, Gründer des Club of Marrakesh
Am 14. Juni trafen sich Vertreter aus dem Wirtschafts- und Medienbereich, aber auch Forscher und renommierte Wissenschaftler, die sich gemeinsam mit dem Thema „Balanced Economy“ beschäftigten. Anstoßgeber war die Berliner Agentur MetaDesign, die seit 2009 alljährlich zu dem Treff mit Marketingentscheidern der größten deutschen Unternehmen einlädt. Aktuelle Themen werden an einem Tag besprochen – es gibt eine Vielzahl an Vorträgen, die zur Diskussion auffordern und damit neue Impulse zum kritischen Darüber-Nachdenken setzen. Wer so wie ich nicht persönlich anwesend war, kann sich unter metadesign.com nochmal alle Vorträge als Video anschauen.
„Marken dürfen Spannungen und Brüche haben.“
Oliver Figge, Brand Consulting Director MetaDesign
Besonders interessierte mich der Vortrag von Stefan Baumann und Oliver Figge zum Thema
“Über das kulturelle Kapital von Marken“: Wie Marken zu Bewegungen werden. In dem fast 42-minütigen Vortrag über Markenführung in der Balanced Economy wurden zunächst Kernfragen wie „Können Marken ein Vorbild für ein richtiges Leben sein?“ in den Raum gestellt. Natürlich ist hier jedem Zuhörer die Antwort schon im Vorfeld bewusst, jede Marke sollte eine „gesellschaftliche Vision“ in sich tragen. Die Rückbesinnung auf das Wesentliche steht dem Überfluss gegenüber – das menschliche Maß als Vorgabe generell. Waren vor Kurzem noch die LOHAS („Lifestyles of Health and Sustainability“) eine begehrte Zielgruppe, so rücken die LOVAS („Lifestyles of Voluntary Simplicity“) näher in den Fokus des Interesses. Das „Zuviel“ an Dingen wird als „größtes Übel“ bezeichnet.
„Wir müssen heute mehr verkaufen als nur Produkte, sondern vor allem
Sinn und Bedeutung.“ Stefan Baumann, STURM und DRANG
Im zweiten Teil kommt Oliver Figge zu Wort. Der Brand Consulting Director bei MetaDesign stellt sieben Markenprinzipien vor, die er als „Manifest der neuen Markenführung“ bezeichnet. „Verbessere die Welt“, „Vernetze dich zu Ökosystemen“ oder „Baue Marken kulturell von Innen auf.“ sind hierbei nur ein kleiner Ausblick. Vor allem letzterer Standpunkt zielt konkret auf die Mitarbeiterzufriedenheit innerhalb eines Unternehmens. Nur wenn diese gegeben ist, kann man ein positives Gefühl an die Kunden zurückgeben. An dieser Stelle ist sicherlich auch der Vortrag von Götz W. Werner von großem Interesse: Als Gründer der erfolgreichen Drogeriekette dm sieht er die „Wertschätzung für seine Mitarbeiter als wichtigstes Motivationsinstrument an“.
Sicherlich werde ich noch mehrmals die Seite aufrufen, um mir peu à peu alle Vorträge anzuhören. Neue Gedanken zur Markenentwicklung konnte ich schon jetzt gewinnen: Es geht weniger um DIE perfekte Kreation, als vielmehr „Ecken und Kanten“ zuzulassen und damit eine Haltung einzunehmen. Mehr Inhalte müssen kommuniziert werden, „eine reine Inszenierung wird auf lange Sicht nicht mehr funktionieren“.



