Die Welle
Ich war immer skeptisch, wenn der große Bruder Google mal wieder ein neues Produkt vorstellte. Es waren zwar meistens interessante, kreative und technisch anspruchsvolle Innovationen, aber sie hatten meistens einen nicht zu verachtenden Beigeschmack. “Die wollen doch nur unsere Daten” hörte und las man schnell überall. So hab ich heute auch nur beiläufig auf den Spiegel-Artikel geklickt und mir durchgelesen, wie Google das Kommunikationsmedium E-Mail neu erfunden haben will. Schön und gut, dachte ich mir, aber es ist immer noch Google. Bis ich auf den Absatz stieß, dass Google den Quellcode des Projekts frei verfügbar machen will.
Auf einmal war der Artikel viel interessanter und ich las ihn mir nochmal und aufmerksamer durch. Eine wirklich interessante Geschichte. Ich lies mich sogar dazu hinreißen, die komplette Aufnahme der Demonstration auf der Google I/O anzusehen. Die haben sich nicht nur wieder mal ordentlich Gedanken gemacht, sondern die wollen auch, dass das wirklch jeder benutzen kann. Nicht nur diejenigen, die Google blind vertrauen, und ihre Kommunikation über die GMailserver abwickeln. Google hat offenbar wirklch vor, die gute alte E-Mail abzulösen und schenkt der Welt Google Wave. Das ist deswegen so spannend, weil es eben nicht nur ein neues Google Mail Frontend ist, sondern eine Software, die jeder auf seinem eigenen Server installieren können wird. Und nicht nur das, Wave ist ein Protokoll, mit dem man völlig unabhängige eigene Anwendungen entwickeln kann, die mit Googles Wave kommunizieren können wie ein E-Mail Client mit dem anderen.
Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu sehr ins Schwärmen gerate, aber trotzdem möchte ich noch loswerden, dass dies das erste Produkt von Google ist, auf dessen Fertigstellung ich sehnsüchtig warten werde. Noch sind alles nur Versprechungen und die Entwicklung ist in einer frühen Phase, aber wenn man dem Ganzen Glauben schenken darf, dann werden sich in gar nicht allzu langer Zeit die Administratoren von queo darauf einstellen müssen, dass ich ihnen permanent in den Ohren liegen werde, den Microsoft Exchange Server endlich rauszuschmeißen und das 21. Jahrhundert der Kommunikation einzuläuten.
[...] der ersten Vorstellung von Google Wave wurden Ende September 100.000 neue Nutzer eingeladen, “Die Welle” zu [...]
[...] hat, als es am Ende gab. Schade eigentlich. Dabei hatte ich mich sehr auf diese Technologie gefreut und auf eine neue offene standardkonforme Kommunikationsplattform gehofft, die viele andere Dinge [...]