xtopia 2008 Teil 2 – Usability und User Experience
Mittlerweile hab ich es geschafft, die ersten zwei interessanten Session des Schwerpunkts Usability und User Experince (UX), zusammenzufassen. Damit es den Rahmen nicht sprengt, gibt’s die anderen später.
Vortrag „UX und Ästhetik“ – Franz Koller
Bewertung: okay
Herausgestellt wurde zu Beginn der Unterschied zwischen Usability und UX: Usability sorgt für Zufriedenheit beim Nutzer, UX dagegen für Begeisterung.
Franz Koller stellte dann mehrere neue Konzepte vor, die für eine hohe User Experience sorgen sollen: Philips AmbiLight, Apples Iphone mit seinen hedonistischen Qualitäten und Microsofts Surface. Die beiden letzteren sind seiner Meinung nach Vorboten eines neuen Bedienparadigmas. Ein ähnliches Konzept wie AmbiLight setzt Philipps auch bei Warteräumen für OP-Patienten ein. Hierbei sollen harmonische Farb-Lichtwelten für eine positivere Stimmung bei Patienten, die kurz vor der OP stehen, sorgen. Das fand ich interessant, da es hier weniger um hedonistische Bedürfnisse ging, sondern konkrete Verbesserungen für den Mensch im Vordergrund stehen.
Insgesamt fand ich die Session nicht sonderlich toll, aber das ist wahrscheinlich zum einen der Tatsache geschuldet, dass es eine kurzfristige Ersatzveranstaltung war, zum anderen ist mein Empfinden wahrscheinlich auch durch die Enttäuschung über den abgesagten Vortrag beeinflußt.
Vortrag “human centred design – best practice workflow” – Franz Koller
Bewertung: gut
Franz Koller begann mit einem amüsanten Einstieg – Das Publikum sollte herausfinden, wie man in seinem (ehemaligen) Auto den Bass einstellen kann. Ich kann nur sagen, intuitiv war es nicht. Daran verdeutlichte er ein Hauptproblem – die Nichtberücksichtigung des Nutzers durch den Entwickler. Eher nebenbei lieferte er eine aus meiner Sicht schöne Definition des Begriffs Intuition –„Intuitiv bedeutet, etwas an Erfahrungshorizont des Nutzers anzuknüpfen“. Dann kam er zum eigentlichen Workflow, eine Art „user interface enineering model“. Dieser Workflow besteht aus folgenden Phasen:
- Nutzungskontextanalyse – Beobachten des Nutzer in seiner natürlichen Umgebung bei seiner Arbeit.
- Auf Basis dieser Analyse werden Nutzerrollen definiert und „Beispiel persona“ erstellt, die den unterschiedlichen Nutzerschichten ein Gesicht geben und die die weitere Konkretisierung der Anforderungen ermöglichen.
- Im Anschluss werden die Anforderungen in ein Design umgesetzt. An diesem Punkt ist es aus seiner Sicht sehr wichtig, dass eine gewisse Erfahrung der Gestalter gegeben ist. Gleichzetig ist es wichtig, Design erfahrbar zu machen und das Interaktionskonzept so zeitig wie möglich zu testen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise durch „paper prototyping“ z.B. in Forms von wireframes oder mockups, Storyboarding sowie Simulationen.
- Daraufhin erfolgt die Umsetzung sowie eine Evaluiers und Testphase.
In der abschließenden Diskussion sind dann noch folgende Hinweise aufgekommen:
- Testleitfäden sollten sauber formuliert werden und keine versteckten Hinweise („Drück den Button oben rechts“) enthalten.
- Entwickler sollten von Anfang an integriert werden, z.B. in einem Gestaltungs workshop mit allen Beteiligten.
- Es gibt mehrere Regeln, wie man den Benutzer integriert. Zum einen sollten Sie immer fachbezogen integriert werden, also zu Dingen befragt werden, in denen Sie sich auskennen. Fachfremde Meinungen, z.B. zum Design („Ich hätte das hier gerne rot“), sollten konstruktiv geprüft werden, aber weniger Bedeutung bekommen.
- Um Missverständnisse so schnell wie möglich aufzuzeigen, sollten so zeitig wie möglich Prototypen erstellt werden.
- Und zum Schluß ein wichtiger Grundsatz für alle Entscheidungen: Benutzer sind keine Entwickler – Entwickler sind keine Benutzer!
Zum Abschluss meinte Franz Koller, dass sich Xpression Blend als durchgehende Werkzeugunterstützung bewährt hat. Hier bin ich mir nicht sicher, ob er dass wegen Microsoft sagen mußte – wir werden dem Tool auf jeden Falle eine faire Chance geben, um z.B. schnell Prototypen zu erstellen.
tbc.
IHR SEID ARMSEELIGE WIXXER!!! Und ihr wisst das!
mmh, grundsätzlich freuen wir uns über jeden Kommentar, helfen wird uns dieser sicher nicht. Aber dennoch danke!
