Auf der JAX 2008
Zwei Tage JAX in Wiesbaden – Zeit, ein kleines Zwischenfazit zu ziehen. Die nächtliche Anreise am Sonntag mehr oder weniger gut überstanden, tummeln wir (Ralph und Tom als Entwickler und ich in meiner Funktion als Projektleiter) uns seit Montag auf einer der größten IT-Konferenzen Europas mit dem Schwerpunkt Enterprise-Technologien & Strategien.
Gestern war „Agile Day“ (auf hessisch/nassauisch „äscheil däj“), der Fokus der Vorträge lag also im Bereich agiler Softwareentwicklung. Thematisiert wurden Konzepte wie Xtreme Programming, Scrum oder Crystal, die nicht nur Herangehensweisen beim Coding beinhalten, sondern auch (mehr oder weniger, je nach Konzept) Projektmanagement-Methoden. Gerade Crystal hat mich begeistert, damit werde ich mich demnächst intensiver beschäftigen, da es für unsere Strukturen sehr passend erscheint.
Heute war der eigentliche Start der Konferenz (der „Agile Day“ war eine Art Vorgeplänkel), was man an mehreren Faktoren merkte. Unser Hotel ist ausgebucht, die Schlangen beim Mittagessen sind nicht nur länger, sondern auch dauerhafter, und auch die „Nerd-Quote“ ist höher. Das hatte mich gestern echt verwundert, lauter Leute, denen man ihre Programmierzunft gar nicht ansah, doch heute sehe ich mich in meinem Erwartungsbild bestätigt
. Interessanterweise ist heute auch die Frauenquote höher (wenn auch noch weit weg von pari-pari). Zwar gab es auch gestern genug weibliche Anwesende, aber das war bis auf einige Ausnahmen alles Staff.
Das heutige Programm war wesentlich entwicklungslastiger als gestern. Doch auch wenn ich mit Quelltexten ja so gut wie nicht mehr in Berührung komme, der direkte Erkenntnisgewinn solcher Veranstaltungen dadurch eher gering ist und für mich das Niveau auch ab und zu (naja, schon öfters) etwas zu hoch ist, finde ich das doch wichtig, um zumindest überblicksmäßig am Ball zu bleiben. Als Ausgleich gab es am Nachmittag dann auch zwei Veranstaltungen, die es richtig in sich hatten.
Zum einen ragte die Keynote „Fehler – na und!“ aus den Veranstaltungen heraus, ein sehr amüsantes Plädoyer für die Verschmelzung von technischer und organisatorischer Fehlerbehandlung. Zum anderen gab es eine interessante Veranstaltung, die einen philosophisch-unterhaltsamen Diskurs über den Zusammenhang zwischen Komplexität, Chaostheorie und Projektmanagement zum Inhalt hatte. Obwohl beide Veranstaltungen sehr erfrischend waren, regten sie doch auch auf Grund ihrer breiteren Perspektive zum Nachdenken an.
Morgen geht es für mich zurück nach Dresden, doch für Tom und Ralph, die noch bis Donnerstag bleiben, wird es spannend bleiben. Ich hoffe, dass auch Sie die Zeit finden, ein paar Eindrücke aus ihrer Entwicklersicht vorzustellen, ich werde sicherlich auch nächstes Jahr wieder hier sein.