IFA 2007 – Der HD-Wahnsinn hat einen Namen!
Nachdem ich mir gestern einen Überblick über die Neuheiten auf der IFA in Berlin machen durfte, musste ich ernüchtert feststellen, dass es sich bis auf einige Ausnahmen nicht wirklich gelohnt hat. Die IFA 2007 scheint nur ein wirkliches Thema zu haben und das ist „Fernsehen bis zum Abwinken“ – dies aber dafür in höchstauflösendem Hochauflösungsformat.
Auf Deutsch: Das Bild wird so gut, dass man alle Serien, Talentshows und Barbara Saleschs dieser Welt quasi mit im Wohnzimmer sitzen hat. Positive Auswirkungen auf das Programm sind leider nicht zu erwarten.
Das Lustige daran ist, dass die im Vorjahr zur WM 2006 viel gepriesene HD-Ready Variante inzwischen eigentlich so schlecht ist, dass man sich doch bitte kein neues Gerät hätte kaufen sollen. Nun ja, dann also einen HD 1080. Die logische Frage nach den passenden Programmen oder Filmen verhallt in den Weiten der IFA-Hallen. Spärlich gesät und wenn überhaupt dann in 2 Jahren durchgehend erhältlich. Nachdem ich dann also viele Stunden durch diese IFA-Hallen getigert bin und inzwischen die kuriosesten Hersteller von Flachbildfernsehern kennen gelernt hatte (ja wirklich, alle asiatischen Länder haben inzwischen mindestens einen Hersteller von mehr oder wenig gut aussehenden Fernsehern), gönnte ich mir einen Kaffee. Dort bemerkte ich dann eine nette Idee. Über der “Kaffeeinsel” waren Denk- bzw. Sprechblasen aufgehängt mit teilweise recht witzigen Sprüchen. Mein Liebling war: “Sh…, ich kann nicht teleportieren…first life nervt
”
Neben dem Wettbewerb um Marktanteile scheint anscheinend auch ein Wettbewerb unter den Ausstellern um die größte Tüte ausgebrochen zu sein. Ein Prachtexemplar (und anscheinend das größte Exemplar) habe ich ergattern können – Sharp gebührt dafür Lob und Respekt. Leider wurde danach der Besuch der einzelnen Hallen um ein Vielfaches erschwert, da meine Motorik sich erstmal auf den erhöhten Aktionsradius einstellen musste – ähnlich ging es vielen anderen Besuchern. Am Ende grüßte man sich als Gleichgesinnte unter den Tütensammlern.
Negativ empfand ich neben der insgesamt schlechten Ausschilderung auch die intransparente Darstellung der Hallenpläne. Gut, ich gebe zu, ich war zu geizig, mir einen Ausstellungsplan für 28 Euro zu kaufen. Aber wem geht das nicht so als Otto-Normalverbraucher.
Was gibt es über die IFA 2007 lobend zu erwähnen? Ich persönlich fand den Panasonic-Stand, den JBL-Stand (bzw. die Halle mit Harman, Infinity etc.) und einige kleinere Stände mit pfiffigen Ideen sehr gelungen. Ich bin etwas länger am Stand von Nikon (ich hoffe, ich erinnere mich korrekt) stehen geblieben. Dort führte die Berliner Caipuera Schule einige Shows auf. Als dann auch noch ein Passant mitmachte, sprang der Funke auch auf die herumstehenden Menschen über.
Sehr interessant war auch die vergleichsweise kleine Ausstellung von „smart-” oder “intelligent textiles“. Dort bekam man annähernd ein Gefühl, wohin Kleidungsfunktionen in den nächsten Jahren gehen können. Dies war zumindest etwas inspirierend. Ansonsten scheint es eher in die Richtung höher, schneller, weiter zu gehen – anstatt wirklich besser. Mein Begleiter meinte dann auch, dass es gerade in Sachen Usability nicht viel Neues zu entdecken gab. Oder wir haben es einfach nur übersehen.
Zum Schluss noch ein paar Eindrücke für alle, die es dieses Jahr nicht geschafft haben. Wir verabschieden uns von der IFA und freuen uns auf nächstes Jahr mit vielleicht noch größeren Tüten, mehr Ideen und vielleicht sogar mit mehr Inspiration.
P.S.: Mein Lieblingsfoto (vorletztes): Was macht das Mainzelmännchen da in der Ecke?
