documenta12 – Einblicke in die zeitgenössische Kunst
Seit dem 16. Juni 2007 schwebt wieder eine ganze Stadt für 100 Tage im „Kunst-Fieber“ der documenta. Zum 12. Mal lädt Kassel ein zu einer der „bedeutendsten und weltweit am meisten beachteten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst“. Im Fokus der künstlerischen Leitung steht dabei der Anspruch, das „Potential des Ausstellungsmachens neu auszuloten“ und das „Publikum (ästhetisch) zu bilden“. Die Ausstellung wird dabei nicht als Schauraum sondern als Medium verstanden – ein Raum, der offen gestaltbar ist und den sich Kunst und Publikum miteinander teilen. Der Betrachter soll sich ohne viel Kenntnis über das Kunstwerk auf die ästhetische Erfahrung einlassen.
An fünf verschiedenen Ausstellungsorten kann man sich auf die „Mega-Kunst-Ausstellung“ einlassen. Jedes der fünf Ausstellungsgebäude steht dabei für ein Jahrhundert – und damit für eine Vorstellung von Öffentlichkeit und eine Idee von Kunstbetrachtung. Die in den Räumen ausgestellte Kunst scheint dabei mit der Architektur förmlich zu verschmelzen.
Die Bandbreite der Ausstellungsstücke ist umfangreich – sowohl in der Bedeutungsvielfalt als auch den Stilrichtungen. So findet man von Plastiken über Ölmalerei, ganzen Rauminstallationen bis hin zu Anwendungen der Neuen Medien zahlreiche Arbeiten von Künstlern aus der ganzen Welt.
Mein persönliches Ausstellungs-Highlight waren die zahlreichen Stühle, die von einer tausendjährigen Geschichte in Asien erzählen. Wahrscheinlich wird damit hierzulande ein neuer Stuhl-Trend geprägt.
Das Leitsystem der documenta12 regt allerdings zu vielen Diskussionen an, wie man in verschiedenen Weblogs nachlesen kann (u.a. www.slanted.de/1291). Auch die aktuelle Ausgabe der Page (PAGE 09.2007, S. 38 ff.) widmet sich den Kontroversen. Entwickelt wurde das Leitsystem von dem Duo Vier5 (www.vier5.de) aus Paris.
Zwei volle Tage an den Orten der documenta12 unterwegs und man hat doch noch nicht alles gesehen. Ein sehr internationales Publikum begleitete meinen Besuch – was die Erfahrungen mit der Kunst im Raum zusätzlich akustisch verstärkte.
Fazit: Ein Besuch lohnt sich!
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